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M., ein Freund

Wolfsheim - Approaching Lightspeed

[2003? | auf der Reise]


Fürchterlicher Liebeskummer vernebelt sogut wie immer die Gedanken. Und mich brachte er dazu, mich mitten in der Schulwoche in einen Zug zu setzen, um zu meiner damaligen Freundin zu fahren und mich nach einem Streit mit ihr auszusprechen. Sie wohnte in etwa zweieinhalb Stunden entfernt in einer abgelegenen Kleinstadt ohne Zuganbindung. Ich fuhr schwarz und unerwischt zu dem nächstgrößeren Ort; die ganze Zeit hörte ich dabei dieses Lied von Wolfsheim und bemerkte dabei ein Gefühlsgemisch von Verwegenheit und Scham in mir brodeln.
Nachts um elf stieg ich aus - und stapfte durch den Herbstmatsch vom Bahnhof weg. Orientierungs- und ziellos. Die 6 oder 16 km zu ihr wollte ich mit einem Taxi fahren - aber da war nichts mehr zu machen. Also wollte ich laufen. Aber in welche Richtung, das wusste ich nicht. Und so blieb ich fröstelnd auf dem Bahnhof zurück. Ich war damals erst 14. Meinen Eltern hatte ich einen Brief zurückgelassen, dass mir das hier wichtiger sei, als die Schule morgen. Und so weiter. Nach einigen Telefonaten kreuzundquer holte mich mein Vater irgendwann ab.

Eine aufgewühlte Stimmung und eine tränenreiche Nacht folgten. Die "Beziehung" war an dem Zeitpunkt schon längst gescheitert. Der Schuss ging nach hinten los und die Aktion ist mir bis heute ungeheuer peinlich. Das Lied mag ich nach wie vor.
22.10.08 22:59


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