Startseite
Über...
Wunschtraum
Archiv
Gästebuch
Kontakt
Abonnieren



M., ein Freund

Grundsatzdiskurs

"Ich habe kein Problem mit Vegetariern, wenn sie mich in Ruhe lassen. Es isst halt jeder was er will - die einen Fleisch, die anderen nicht. Ich akzeptiere, dass sie keines essen also sollen sie auch akzeptieren, dass ich es esse."

Eben nicht. Und das ist die Crux.

An diesem Grat kippt das Verständnis und manchmal glaube ich, dass genau hier die Schwelle der Entscheidung liegt. Zu begreifen, was Fleisch bedeutet.

Die USA haben es sicherlich leichter, Länder ohne Todesstrafe zu akzeptieren, als andersherum. Den USA in dieser Hinsicht wohlgesonnen zuzunicken fällt nahezu allen anderen westlichen Staaten und Staatsbürgern ungemein schwer, scheint unmöglich.

Teufelswerk.

Und warum ?
Die einen haben diese Schwelle übertreten, die Entscheidung getroffen, dass die Todesstrafe unrecht ist. Zu recht. Soweit sind einige Bundesstaaten aber längst nicht.

Dieser Vergleich ist keinesfalls weit hergeholt. Es geht ja auch um die selbe Thematik. Die traurigen Protagonisten sind in diesem Fall andere. Tiere, die bestenfalls den Namen einer Zahl tragen. Tatsächlich ist das Verbrechen an ihnen ein ähnliches und doch ganz anderer Art zugleich.
Sie werden gar nicht verurteilt, weil sie (angeblich) etwas Gesetzeswidriges getan haben. Ihre Gesetzeswidrigkeit besteht einzig und allein in ihrem Wesen: zu Accessoires formares weiches Fell und feste Haut, ein schwerst adipöser Berg Fleisch und auch der Rest findet einen Platz in der Mordmaschinerie.

Jeder nach seiner Facon, sofern er keinem anderen damit schadet, sollte der Grundatz lauten, die goldene Regel, die ewige Maxime. Tut sie aber nicht. Es bleibt immer nur beim Hauptsatz.

Und warum ?
Egoismus, vielleicht. Blindheit, bestimmt.
Da mischen Die Drei Affen mächtig mit. Bloß nichts sehen, bloß nichts hören. Und um Himmels Willen bloß nichts sagen.
Definitiv - das erleichtert das Leben grundlegend. Doch wenn ich etwas gesehen habe und es erkenne - da beginnt die Gratwanderung - muss ich mich entscheiden.
Entweder ich erkenne Unrecht an und ändere mich (und die Welt vielleicht ein kleines Stück mit) oder ich schlage blitzschnell die Hände vor die Augen und verdränge das Gesehene weitestgehend. Womöglich mische ich das dann noch mit Hasstriaden gegen die vermeintliche Gegenfraktion, die sich entschieden hat, nicht wegzusehen oder versuche sie ins Lächerliche zu ziehen. Kampf gegen das eigene Gewissen.

Das Erkennen der Sache ist nicht das eigentliche Problem, es ist die darauffolgende Entscheidung.

Es ist eben nicht so leicht zu akzeptieren, wenn jemand sich vollkommen schuldfreie, mediumgebratene Leichenstückchen auf den Teller schaufelt und meint, jeder nach seiner Facon.


"Auschwitz beginnt da, wo jemand im Schlachtof steht und denkt, es sind ja nur Tiere."
Theodor W. Adorno

26.1.08 15:58
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de